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Luise von Preußen und Maria Szymanowska
Eine musikalische Lesung
(Arbeitstitel)
Luise von Preußen:
Die Persönlichkeit, das Leben und der frühe, plötzliche Tod von Luise von Preußen (1776-1810) faszinieren viele Menschen, sowohl zu ihren Lebzeiten, als auch nach ihrem frühen Tod im Alter von nur 34 Jahren.
Ihre aus politischen Gründen arrangierte Ehe mit den Kronprinzen Friedrich Wilhelm, dem späteren König Friedrich Wilhelm III. war von Beginn an außergewöhnlich glücklich, wie ihr Briefwechsel bezeugt.
Die ihr eigene Mischung aus Naivität, Geradlinigkeit, Ehrlichkeit, Humor, Pflichtbewusstsein und Empathie, die aus ihren Briefen strahlt, hat eine Anziehungskraft, der man sich nicht entziehen kann. Ihre Lebensprinzipien und ihre Standpunkte zu zentralen Fragen des Lebens sind nicht im herkömmlichen Sinne modern, aber sie sind auch in heutigen Zeiten hörenswert. Auch wenn und gerade weil sie sich in einigen Punkten von heute gängigen Meinung unterscheiden.
Luise entstammt einem alten Adelsgeschlecht und wächst in Mecklenburg-Strelitz auf, in der Provinz also. Der Hauptschwerpunkt ihrer Bildung liegt auf Tanz, Handarbeiten, Religion und Sprachen (Französisch). Sie ist keine ehrgeizige Schülerin. Ihre Rechtschreibung blieb fehlerhaft, ihre Sprachkenntnisse lückenhaft, ihre Bildung begrenzt.
Luise weiß, dass von einer Königin möglichst Perfektion erwartet wird. Und sie wächst trotz ihrer geringen Bildung durch die schwierigen Zeitumstände (Napoleon-Kriege) als Persönlichkeit über sich hinaus.
Sie war alles andere als eine Intellektuelle, aber sie hatte in hohem Maße das, was man Herzensbildung nennt, heute würde man sagen: Emotionale Intelligenz, hohe moralische Kompetenz und eine hohe soziale Kompetenz. Deshalb erscheinen ihre Briefe trotz der für uns teilweise ungewohnten Sprache so heutig und deshalb sind die sehr berührend.
Maria Szymanowska:
Maria Szymanowska (1789–1831) war eine polnische Pianistin und Komponistin, die als eine der ersten professionellen Konzertpianistinnen Europas gilt. Geboren wurde sie als Marianna Agata Wołowska in Warschau. Mit ihrem außergewöhnlichen Klavierspiel erlangte sie bereits zu Lebzeiten internationale Bekanntheit und unternahm zahlreiche Konzertreisen durch Europa.
Neben ihrer Tätigkeit als Virtuosin komponierte sie vor allem Klavierstücke, Lieder und Kammermusik. Ihre Werke gehören zur Stilrichtung des frühen musikalischen Romantizismus und gelten als wichtige Vorläufer der Musik von Frédéric Chopin.
Insgesamt hinterließ sie über hundert Kompositionen.
Ab 1828 lebte Szymanowska in St. Petersburg, wo sie als Hofpianistin tätig war und einen bedeutenden literarisch-musikalischen Salon führte. Sie starb 1831 im Alter von nur 41 Jahren während einer Choleraepidemie. Heute wird sie als eine der bedeutendsten Musikerinnen ihrer Zeit und als Wegbereiterin für spätere Pianistinnen und Komponistinnen gewürdigt.
Lesung: Ulrike Hübschmann
Klavier: Huijing Han
Nähere Informationen zur Pianistin und Steinway-Artistin Huijing Han finden Sie hier.

Maria Szymanowska:: Etüde in C-Dur
Maria Szymanowska:: Nocturne in B-Dur
© Foto: Martin Keil, Videos: Huijing Han